Datenanalytisches Denken

Warum Datenanalytisches Denken (bzw. Wissen) wichtig ist

Eine Vielzahl an Arbeitsplätzen die es heute noch gibt, werden in 10-15 Jahren so nicht mehr existent sein. Dieser Umstand ist der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft geschuldet. Mehr und mehr Arbeitsgänge, die heute noch von Hand ausgeführt werden, verlaufen in der Zukunft automatisiert. Und dies branchenübergreifend über alle Arbeitsbereiche hinweg. Viele Mitarbeiter in Unternehmen müssen sich heute schon den Herausforderungen der sogenannten Industrie 4.0 täglich stellen.

Wenn ein Werker in einem Industrieunternehmen früher einen Zettel in der Hand hatte, welcher beschreibt, wie gewisse Arbeitsgänge durchzuführen sind, so hat er heute ein Tablet in der Hand, welches die durchzuführenden Arbeitsschritte digital anweisen. Ein Papier war für den Werker natürlich seit je her selbsterklärend, der Umgang mit einem Tablet in vielen Fällen nicht. So musste der Werker die neue Arbeitsweise erstmal erlernen, um seine Arbeit weiter fortführen zu können.

Dieses triviale Beispiel zeigt sehr gut, wie der Wandel zur Digitalisierung und der Fortschritt der vierten industriellen Revolution schon jetzt im Arbeitsleben angekommen ist. Wo früher noch Mitarbeiter 30 Jahre oder mehr in einem Betrieb an einem Arbeitsplatz gearbeitet haben, wird es in Zukunft immer schnellere Zyklen und Veränderungen der Arbeitswelt und den damit verbundenen Aufgaben geben. Das hat auch zur Folge, dass sich jeder einzelne von uns immer weiter anpassen und fortbilden muss, um mit diesem Fortschritt mithalten zu können.

Wer nicht irgendwann abgehängt werden möchte, sollte sich möglichst jetzt schon mit der Arbeitsweise und den Arbeitsmethoden von morgen vertraut machen. Und hier kommen wir zum eigentlichen Titel dieses Beitrages. Denn die Zukunft wird - wie schon erwähnt, immer digitaler und automatisierter werden. Hierzu ist es enorm wichtig zu verstehen, wie die Umsetzung und der Umbau von Prozessen in die digitale Welt funktioniert.

In den letzten Tagen hat die niedersächsische Direktorenvereinigung gerade mal wieder gefordert, das Unterrichtsfach Informatik zur Pflicht für alle Schüler zu machen. Und das ist auch bitter nötig, damit die Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung durch die Arbeitnehmer der Zukunft gemeistert werden können. Denn welcher normale Arbeitnehmer weiß heutzutage schon, wie eigentlich ein Softwareprogramm geschrieben wird oder deren Ablauf genau funktioniert. Im Grunde genommen ist das reine Programmieren kein Hexenwerk, auch wenn viele Menschen das Schreiben von Programmen immer wieder mit schwarzer Magie vergleichen und Programmierer klischeehaft in Schubladen gesteckt werden. Die jetzige Schülergeneration und die Arbeitnehmer von morgen werden aber ein neues Verständnis für die digitalen Funktionen entwickeln müssen, um auch die morgigen Aufgabenstellungen im Arbeitsalltag sicher zu bewältigen.

Ein Softwareprogramm wird grundsätzlich immer in sogenannten Schleifen (Algorithmen) programmiert. Ein Beispiel: Wenn der Benutzer ein digitales Formular zur Gewerbeanmeldung ausfüllt, erhält er die Frage nach der Gewerbeart. Zwei Kreuze kann er machen. Entweder, der Benutzer setzt das Kreuz bei der Gewerbeart des Kleinunternehmens oder bei der Gewerbeart der Handelsgesellschaft. Abhängig von der getroffenen Wahl wird im Nachgang das entsprechende weiterführende Formular geladen. Dies nennt man eine klassische "if then else" Abfrage. Das Programm nimmt abhängig vom gewählten Kreuz einen von zwei möglichen Wegen, welcher in einer Schleife programmiert worden ist. Dieses Beispiel kann auch auf die Arbeitswelt von heute und morgen projiziert werden. Ein Mitarbeiter in einer Verwaltung bekommt über einen Workflow des Dokumentenmanagementsystems eine Aufgabe zugewiesen, bei der das Dokument – abhängig von der Entscheidung des Mitarbeiters, einen vorbestimmten Weg einschlägt. Hier ist es enorm wichtig, dass der Mitarbeiter diese Arbeitsweise und die damit verbundenen Konsequenzen versteht um ein gutes Arbeitsergebnis zu erzielen.
Aber nicht nur solche Abfragen werden immer wichtiger. Die Mitarbeiter von heute und morgen müssen auch immer besser verstehen, wie sie in der Flut an Daten an die benötigten Datensätze gelangen. Hierfür ist Wissen über Filtermechanismen und Selektionsmöglichkeiten von Nöten. Und solche Arbeitsweisen nennt man klassisch Datenanalyse.

Anhand dieser Beispiele sieht man gut, wie wichtig es ist, datenanalytisches Denken zu entwickeln und sich hier möglichst stetig weiter fortzubilden. Wer das nicht schon heute startet, wird es zusehends schwerer haben, in der Welt von morgen mitzuhalten. Denn einfache Jobs wird es immer weniger geben, soviel steht fest.